Lukas Marzi bringt mit seinem Team bei On Purpose täglich erfahrene und motivierte Fachkräfte in impact-orientierte Organisationen. Das Ziel? Nichts weniger, als die Welt zu verändern. Das Thema “Netzwerk und Partnerschaften” trägt Lukas dabei nicht nur im Titel, sondern auch in das einjährige Associate-Programm hinein. Dieses verbindet Praxisprojekte, wöchentliche Lerninhalte, Coaching und Mentoring und eröffnet neue Wege – sowohl den Associates, als auch den teilnehmenden Partnerorganisationen zu denen Organisationen wie Ashoka, Impact Hub oder das Deutsche Rote Kreuz gehören.
Deine Assoziationen zu „Und sonst so?“
„Die Frage 'Und sonst so?' taucht oft in Gesprächen auf, wenn einem langsam die Themen ausgehen. Zumindest verbinde ich sie mit solchen Momenten. Tatsächlich passiert mir das aber so gut wie nie – Gespräche werden für mich einfach nicht langweilig. Ich bin leidenschaftlich neugierig und immer interessiert. Außerdem bin ich in so viele verschiedene Themen und Projekte involviert, dass ich eigentlich immer etwas zu erzählen habe.
Trotzdem glaube ich, dass diese Frage auch eine gewisse Zeitgeist-Frage ist – vielleicht sogar eine, die eine Generation widerspiegelt, der manchmal die Themen oder die Richtung ausgehen.“
Bei On Purpose füllst du die Rolle Netzwerk & Partnerschaften aus. Mal angenommen, dich gäbe es nicht bei On Purpose (und auch kein anderer würde deinen Job machen) – was würde fehlen?
„Während der letzten Jahre haben wir als Organisation bewusst begonnen, unser eigenes Netzwerk stärker in den Fokus zu rücken und es aktiver zu gestalten. Dabei wurde immer deutlicher, dass On Purpose nicht nur bedeutet, engagierte Talente und großartige Organisationen im Rahmen unseres einjährigen Programms zusammenzubringen. Vielmehr steht On Purpose für ein weitreichendes Netzwerk: bestehend aus Talenten, Jobsuchenden, etablierten Persönlichkeiten im Sektor und Organisationen, die sich auf den Weg machen.
Genau hier setzt auch die Rolle an: Ich finde neue Partnerorganisationen und versuche, Synergien zu schaffen und dem Netzwerk alles zu geben, damit es sich weiterentwickeln kann. Ohne mich würde das aber auch ganz wunderbar funktionieren ;)“
Was hat dich zu deiner Rolle gebracht und wie hat sich dein Weg zu On Purpose gestaltet?
„Mein ganzes Leben war ein Quereinstieg. Ich bin früh in die Gastronomie gekommen, habe dann den Weg in die Hotellerie gefunden und dort meine Ausbildung gemacht. In Berlin war ich sowohl in eine Hotel- als auch eine Schulgründung involviert. Parallel dazu habe ich Nachhaltigkeitsmanagement studiert und später im Carbon Accounting große Organisationen unterstützt. Parallel dazu habe ich eine Kommunikationsberatung gegründet – und 2021 als Co-Geschäftsführer bei On Purpose angefangen. Nach drei Jahren durfte ich die Verantwortung dafür abgeben und mich mehr in den Bereich “Netzwerk” entwickeln, der mich schon immer antrieb.
Rückblickend erkenne ich einen klaren roten Faden: Mich hat es immer dorthin gezogen, wo ich Menschen zusammenbringen und den nächsten Hebel finden konnte. Ob in der Gastronomie, wo ich Räume für Austausch geschaffen habe, in der Kommunikationsberatung, wo wir guten Ideen eine Bühne bieten, oder jetzt bei On Purpose, wo ich Menschen auf beruflicher Ebene zusammenbringe. Darüber hinaus bin ich als Dozent tätig und versuche, Social Entrepreneurship in meine Lehre einfließen zu lassen – indem ich gute Ideen sichtbar mache und Begeisterung für unseren Sektor wecke.
Und sonst so? Haha.“
Was berührt dich in deiner Arbeit? Welche Geschichten?
„Unser Angebot ist primär das einjährige Programm, in dem wir Talente und Organisationen zusammenbringen und sie mit allem auszustatten, was es braucht. Viele (die Hälfte!) werden sogar übernommen. Doch was mich am meisten in meiner Arbeit berührt, ist, dass unser 'Produkt' keines ist, das man einfach konsumiert – wie ein Schokoriegel, den man isst, sich kurz satt fühlt und nach drei Stunden wieder Hunger hat.
Was mich begeistert, ist, dass wir Grundsteine für Veränderung legen. Wir bleiben mit den Menschen und Organisationen ein Leben lang im Austausch und dürfen beobachten, wie sie sich weiterentwickeln. Es wäre anmaßend zu sagen, dass wir das alles ermöglichen. Aber es freut mich unglaublich zu sehen, was aus diesen Menschen wird – wo wir vielleicht einen kleinen Anteil hatten, sei es durch einen Kontakt, durch Wissen oder durch Inspiration. Und das hört nie auf.
Unsere Community besteht mittlerweile aus 1000 Menschen – und das sind 1000 wunderschöne Geschichten von Veränderung, von Mut, von Entwicklung, von Impact. Dass diese weitererzählt werden, berührt mich jeden Tag.“
Was macht für dich eine gute Arbeitswoche aus?
„Und jetzt kommen wir wieder auf das Thema 'Und sonst so?' zurück. Eine gute Woche bedeutet für mich, dass ich viele Dinge anstoßen und in ganz unterschiedlichen Bereichen Veränderungen initiieren konnte.
Ich arbeite sowohl bei On Purpose als auch bei Marziplan, der Kommunikationsberatung. Ich bin in vielen Netzwerken aktiv, besuche gerne Veranstaltungen und connecte auch in meiner Freizeit Menschen. Ich bin Dozent, schreibe Artikel und habe kürzlich noch ein Projekt gestartet, um Brücken zu bauen und noch mehr Menschen für Social Entrepreneurship zu begeistern – damit die Lösungen unseres Sektors sichtbarer werden.
Meistens sind meine Tage dicht getaktet, voller Austausch und Begegnungen. Das ist genau das, was mich erfüllt.“
Zum Thema des Newsletters „Und sonst so?“ bist du und On Purpose meiner Kollegin Petra gleich in den Kopf gekommen. Wieso seid ihr mit diesem Thema verbunden?
„Mit der Frage 'Und sonst so?' verbinde ich ganz stark die Fähigkeit – aber auch den Wunsch –, über den Tellerrand hinauszuschauen. Petra ist so eine – die das Hier und Jetzt gestaltet UND direkt auch schon an morgen denkt. Wir haben uns erst einmal gesehen. Petra würde ich sofort zur nächsten Gartenparty einladen und weiß, dass uns nicht langweilig werden würde… weil uns das beide verbindet und uns die Themen niemals ausgehen.
'Und sonst so?' entspricht natürlich auch ganz stark unserem Ansatz bei On Purpose und ist überall eingeflochten. Wir machen Quereinstieg möglich – was uns also an den Profilen am meisten interessiert ist das, was die Menschen über ihre letzten beruflichen Stationen hinaus mitbringen: Was ist ihr Antrieb? Welche Rolle wollen sie zukünftig einnehmen? Und was sind die großartigen Skills, die wir heben und in die passenden Organisationen bringen können? Für die Veränderung, die Menschen bei uns finden und die Organisationen durch unsere Associates bekommen, sind wir bekannt – auch Petra.“
Was verändert sich bei den Menschen (Associates)? Was macht ihre Transformation aus?
„Da kommen mir direkt ganz viele Dinge in den Sinn. Vor allem sehe ich aber bei allen, die das Programm durchlaufen haben, dass sich oft gar nicht grundlegend verändert, was sie tun – sondern wie sie es tun.
Sie haben nach dem Programm ein viel klareres Verständnis für sich selbst und für unsere Gesellschaft als System. Sie verstehen besser, welche Rolle sie darin einnehmen – und haben es geschafft, hinter den Vorhang zu blicken. Wir tun unser Bestes, dass sie erkennen, wo die echten Stellschrauben für Veränderung liegen. Denn wirkliche Veränderung beginnt in uns selbst – und erst dann können wir sie auch wirkungsvoll nach außen tragen.“
Welche Frage sollte ich dir noch stellen?
„Eine schöne Frage wäre: Wohin geht deine Energie gerade? Was treibt dich gerade an?
Die Antwort darauf gefällt mir sehr. Gerade finde ich viel Freude daran, Artikel über inspirierende Menschen und Organisationen zu schreiben – und das als weiteren Hebel zu nutzen, um die richtigen Geschichten in die Welt zu tragen.
Und auf eine ganz andere Art macht mir gerade etwas besonders viel Spaß: Ich schreibe seit kurzem Karnevalslieder! Ich experimentiere und entdecke dabei eine ganz neue kreative Seite. Das ist total albern und genau deshalb liebe ich es.
Ich glaube, das ist enorm wichtig – egal, was gerade in der Welt passiert. Man sollte sich immer auch Raum für Freude und Leichtigkeit nehmen und sich selbst ein Stück weit ausleben.“